Orthopädie für Patienten | Themenbereich Fuß - Orthopädie für Patienten
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Verlag Michels-Klein

Fuß

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    Für ein besseres Verständnis der Erkrankungen am Fuß werden in diesem Kapitel die wichtigsten anatomischen Strukturen benannt und ihre Funktionen erläutert. Auf die Anatomie der Blutgefäße und der Nerven wird bewusst nicht eingegangen. Obwohl deren genaue Kenntnis für die ärztliche Behandlung von größter Bedeutung ist, ist sie für den Patienten eher verwirrend, zu komplex und für das Verständnis von Erkrankungen am Fuß von geringerer […]

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    Als Klumpfuß wird eine Deformität des Fußes bezeichnet, die aus mehreren Einzelkomponenten von Fehlstellungen besteht. Die lateinische Bezeichnung für den Klumpfuß lautet Pes equinovarus.

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    Beim Hackenfuß handelt es sich um eine Fußdeformität, bei der der Fuß im oberen Sprunggelenk vermehrt nach oben geneigt ist und nicht oder nur eingeschränkt nach unten geneigt werden kann. Die Wadenmuskeln sind geschwächt oder gelähmt und das Fersenbein (Kalkaneus) steht steil gestellt.

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    Als Sichelfuß wird eine angeborene Abweichung des Vorfußes zur Fußinnenseite hin bezeichnet. Die lateinische Bezeichnung ist Pes adductus, was sich vom lateinischen pedis für Fuß und adductus für herangeführt ableitet.

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    Als Spitzfuß wird eine Fußdeformität bezeichnet, bei der der Fuß stark nach unten gesenkt ist. Die Fußspitze kann vom Patienten (aktiv) nicht oder nur eingeschränkt angehoben werden. In einigen Fällen ist auch das Anheben der Fußspitze in eine normale Stellung durch den Untersucher (passiv) nicht möglich. Damit besteht eine (teil-)fixierte Fehlstellung.

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    Als Hohlfuß oder Pes cavus wird eine Fußform bezeichnet, bei der der Fuß ein ausgeprägtes und hochgezogenes Längsgewölbe aufweist. Der Begriff leitet sich vom lateinischen pedis für Fuß und cavum für Höhlung ab.

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    Unter einem Knick-Senkfuß und einem Knick-Plattfuß versteht man Fußdeformitäten, bei denen es zu einer Abflachung bzw. einem Einsinken des auf der Innenseite des Fußes gelegenen sog. Fußlängsgewölbes kommt. Zusätzlich verändert sich die Stellung der Ferse, sie neigt sich unter Belastung nach innen und der Vorfuß weicht etwas nach außen ab. Dabei sind die Ausprägung der Deformität, die Beschwerden und die Auswirkungen für den Patienten […]

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    Ein zusätzlicher Fußknochen ist ein rundlicher und etwa 2-10 mm großer Knochen, der an verschiedenen Stellen des Fußskeletts zu finden ist. Meist ist er ohne Bedeutung, verursacht keine Schmerzen und wird in der Regel zufällig auf einem Röntgenbild entdeckt. Es werden etwa 40 verschiedene Zusatzknochen am Fuß beschrieben.

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    Das obere Sprunggelenk wird an seiner Außenseite vor allem von 3 Bändern stabilisiert. Sie werden als Außenbänder bezeichnet. Kommt es durch Umknicken des Fußes zu einer Zerrung der Bänder, spricht man von einer Distorsion (Sprunggelenksdistorsion). Kommt es zu einem Zerreißen eines oder mehrerer Bänder, wird von einer Ruptur gesprochen (Bänderriss, Außenbandruptur).

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    Die Achillessehne bildet sich aus den Sehnen der Wadenmuskeln und setzt an der Hinterkante des Fersenbeins (Kalkaneus) an. Es ist die Sehne im menschlichen Körper, die den stärksten Belastungen ausgesetzt ist. Bei jedem Schritt hebt sie durch Senken der Fußspitze den gesamten Körper an. Während des Laufens ist ihre Belastung noch wesentlich höher und kann bis zum 8-Fachen des Körpergewichts betragen.

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    Der Begriff Achillodynie ist eine Sammelbezeichnung für schmerzhafte Erkrankungen der Achillessehne und ihres Sehnengleitgewebes sowie Schmerzzustände in der Umgebung der Achillessehne.

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    Die Haglund-Ferse (benannt nach dem schwedischen Orthopäden Patrik Sims Emil Haglund, der diese Erkrankung 1928 beschrieb) ist eine schmerzhafte Schleimbeutelentzündung (Bursitis) zwischen Achillessehne und Fersenbein. Sie ist bedingt durch eine knöcherne Vergrößerung am hinteren Teil des Fersenbeins.

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    Als Fersensporn bezeichnet man eine meist spitze knöcherne Ausziehung (Sporn) an der Rückseite oder der Unterseite des Fersenbeins. Die Spornbildung ist Folge einer vermehrten Belastung der dort ansetzenden Sehne. Der Sporn selber führt dabei zu keinen Beschwerden.

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    Bei der Plantarfibromatose handelt es sich um eine Erkrankung eines Sehnenstreifens der Fußsohle, bei der es zur Ausbildung von knotigen Veränderungen kommt.

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    Der hintere Schienbeinmuskel (Musculus tibialis posterior) entspringt von der Rückfläche (lat. posterior = hinterer) des Schienbeins (Tibia), des Wadenbeins (Fibula) und von einer beide Knochen verbindenden Membran. Seine Sehne verläuft wie ein Steigbügel hinter dem Innenknöchel bis unter die Fußsohle, wo sie sich verzweigt. Sie setzt unter anderem am Kahnbein (Navikulare), an den Würfelbeinen (Kuneiforme) und an den Mittelfußknochen (Metatarsale) an.

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    An der Außenseite der Wade liegen die beiden Peronealmuskeln: der kurze Peronealmuskel (Musculus peronaeus brevis, lat. brevis = kurz) und der lange Peronealmuskel (Musculus peronaeus longus, lat. longus = lang). Sie bilden einen Teil der Wadenmuskeln. Ihre Sehnen verlaufen hinter dem Außenknöchel und werden hier u.a. durch feste Streifen aus Bindegewebe (Retinakula) in ihrer Position gehalten. In Höhe des Außenknöchels sind beide Sehnen von […]

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    Der Begriff Neurom beschreibt eine gutartige Vergrößerung eines Nervs. Im Nerv und um den Nerv herum vermehrt sich Bindegewebe, was zu seiner Größenzunahme führt. Beim Morton-Neurom ist ein Zwischenzehennerv betroffen.

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    Das Tarsaltunnelsyndrom bezeichnet eine mechanische Bedrängung (Engpasssyndrom) des unterhalb des Innenknöchels verlaufenden Nervs, des Tibialnervs (Nervus tibialis posterior) oder dreier von ihm abgehenden kleinen Nerven.

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    Als Sesambeine (Sesamoid) werden Knochen bezeichnet, die in einer Sehne liegen. Sie ermöglichen eine günstigere Druckverteilung in der Sehne und verbessern ihre Funktion. Das bekannteste Beispiel ist die Kniescheibe (Patella). Sie ist das größte Sesambein des Menschen und ist in der Sehne der Streckmuskulatur des Oberschenkels eingebettet. Bei der Streckung des Beins überträgt sie die Kraft auf den Unterschenkel.

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    Der Begriff Spreizfuß beschreibt eine Verbreiterung des Vorfußes. Dabei weichen die Mittelfußknochen wie ein Fächer auseinander. Die mittleren Zehengrundgelenke werden dadurch mehr als sonst belastet, was häufig als durchgetretener Fuß bezeichnet wird.

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    Alle Zehen außer der Großzehe werden als Kleinzehen bezeichnet. Die Zehe neben der Großzehe ist die 2. Zehe, gefolgt von der 3., der 4. und der 5. Zehe, die kleine Zehe heißt. Bei der Bezeichnung von Deformitäten der Kleinzehen bestehen unterschiedliche Definitionen und eine uneinheitliche Begrifflichkeit, was leider oft zu Verwirrungen führt. Die häufigsten Deformitäten an den Kleinzehen sind die Hammerzehe und die Krallenzehe. […]

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    Der Begriff Hallux valgus beschreibt die Abweichung der Großzehe in Richtung der kleineren Zehen. Diese häufigste Deformität am Fuß wird hervorgerufen durch die Abweichung des Großzehengrundgelenks in Richtung Fußinnenseite. Unter der Bezeichnung valgus (lat. valgus = schief) versteht man allgemein die Abweichung eines Gelenks zur Innenseite des Körpers hin.

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    Hallux varus beschreibt das Abweichen der Großzehe im Großzehengrundgelenk in Richtung der Fußinnenseite. Er ist zu unterscheiden vom Hallux valgus, der das Abweichen der Großzehe nach außen bezeichnet. Auch wenn beide Abweichungen ähnlich schief sind, wird die für den Hallux valgus geläufige Bezeichnung schiefe Großzehe für den Hallux varus nicht verwendet.

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    Der Hallux rigidus beschreibt eine Bewegungseinschränkung des Großzehengrundgelenks auf dem Boden eines Gelenkverschleißes (Arthrose). Hallux ist die lateinische Bezeichnung für die Großzehe, rigidus bedeutet steif oder starr. Der im medizinischen Alltag gängige Begriff Hallux rigidus beschreibt also die steife Großzehe.

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    Die Abnahme der Knorpeldicke und die zunehmende Schädigung des Knorpelüberzugs eines Gelenks werden als Arthrose bezeichnet. Sie kann prinzipiell an allen Gelenken des Fußes auftreten. Dieses Kapitel geht auf den Verschleiß am oberen und unteren Sprunggelenk sowie an der Fußwurzel ein.

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    Als diabetischer Fuß oder diabetisches Fußsyndrom werden Veränderungen am Fuß bezeichnet, die sich als langjährige Folge der veränderten Stoffwechsellage beim Diabetiker entwickeln können. Sie betreffen Nerven, Blutgefäße, Fettgewebe, Muskeln, Bänder und Knochen.